Dienstag, 25. September 2012

"This is your house. You can take whatever you want to!"


Hi Folks,
nun bin ich schon unglaubliche 23 Tage hier im wunderbaren Neu-England und nun auch in der Lage mal vertiefte Impressionen meines bisherigen Aufenthalts preis zugeben, zumindest glaube ich dies! Heimweh habe, und hatte, ich noch nicht. Und dass, obwohl ich schon in dieser kurzen Zeit deutliche Höhen und Tiefen durchlebte. Dazu hatte ich schon mehrere prägende Erlebnisse und Begegnungen sowie leider auch eine große Zeitspanne, in der ich mich einfach nur gelangweilt habe...
Aber immer der Reihe nach.

Nach einem durchzechten letzten Abend im bürgerlichen Kleinmachnow machte ich mich also ins knapp 6000 Km entfernte Haverhill, in den Bundesstaat beim großen Hügelchen auf. Doch schon nach wenigen Kilometern meiner Reise sollte mich die erste Hiobsbotschaft erreichen. Obwohl sich die Mitglieder der Flugbegleiterorganisation UFO am Tag meiner Ausreise freundlicherweise entschlossen hatten nicht zu streiken, erwartete mich am Frankfurter Flughafen eine böse Überraschung. Für meinen Freiwilligendienst hatte ich nämlich so viele Sachen wie möglich in meinen Koffer gestopft, man weiß ja nie was einen so erwartet. Auf die Gewichtsvorgaben von maximal 23 Kg pro Person hatte ich natürlich nicht geachtet, wieso auch. Mit meinem bezaubernden Lächeln und meiner neuen Brille kriege ich das schon irgendwie hin, so dachte ich zumindest. Denkste! Die freundliche Blondine am Lufthansa Schalter blieb hart. Kein Wunder hatte ich ja auch 6 Kg mehr als erlaubt!background-color Anfangs verlangte sie dafür eine 100,- € Nachzahlung, was laut ihrer Aussage bei interkontinental Reisen "standard sei". Nach einer kurzen Diskussion einigten wir uns darauf, die 29 Kilo auf zwei Taschen zu verteilen, wofür sie mir dann freundlicherweise nur 75 € berechnete. Dafür nochmals vielen Dank!
Der Flug verlief dann zum Glück ohne weitere Strafzahlungen, Komplikationen oder Verspätungen. Angefressen und wie ich nach der vermeidbaren Nachzahlung war habe ich mir dann vorgenommen den verlorenen Betrag durch vermehrten Konsum an Bord auszugleichen. Gesagt getan. Gegen Ende der Reise befanden sich neben der New York Times auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Bild am Sonntag, das Manager Magazin sowie das Lufthansa Bordmagazin in meinem Besitz, welche ich bis heute natürlich nicht gelesen habe. Auch das Catering vermehrt in Anspruch. Wahrscheinlich hatte ich außer den Spirituosen gegen Ende die gesamte Produktpalette durchprobiert. Nur die Wirkung der zwei Gläser Weißwein hatte ich in knapp 9000 Meter Höhe arg unterschätzt. 
In Boston angekommen wurde ich wider meiner Befürchtungen umgehend am Gate, von dem einzigen Assistenten der halbwegs in meinem Alter und noch nicht verheiratet ist sowie keine Kinder hat, abgeholt. Joe ist wie mir scheint ein echt netter Typ, der mich inzwischen auch schon mit den spärlich vorhandenen sehenswerten Orten bekannt gemacht hat und generell für allerlei Unternehmungen zu haben ist. 
Nachdem ich erfuhr, dass man mein temporäres Gemach nicht abschließen kann und einer der Core-member (so werden unsere Bewohner genannt), bei seinen nächtlichen Streifzügen gerne Leute erschreckt, fiel ich ein wenig verängstig, jedoch todmüde ins Bett. Lichtblick des Tages war neben einem netten "Welcome to Gandhi House David" Schild auch die Antwort des Nachtwächters auf die Frage, ob ich denn ein Glas 
Wasser bekommen könne: "Das ist nun dein Zuhause, bedien dich, woran auch immer du willst." 
Dan' ist in seinen Bewegungen so langsam das man, während er sich ein Brot schmiert, ruhig ein ausgiebiges Bad nehmen kann.
Am nächsten Morgen wurde ich gegen 06:00 Uhr dann tatsächlich von Tom geweckt. Glücklicherweise war mein erstes Aufeinandertreffen mit ihm um einiges angenehmer als jenes des letztjährigen Freiwilligen, der beim Erwachen in das etwa 10 Cm von seinem Kopf entfernte Gesicht von Tom starrte. Die ersten Tage hier waren dann echt ziemlich beschwerlich. Erst einmal musste ich feststellen, dass die Core-member meines Hauses quasi gar nicht Reden und außer einem sonntäglichen Kaffeetrinken bei Dunking Donuts auch nicht viel Zeit miteinander verbringen. Neben Tom, der bis auf Coffee, Cake, Work und "pee", was wie ich erfuhr "please" heißen soll und eigentlich nur zum Einsatz kommt, wenn er zu einer Speise Ketchup verlangt, also zu jeder Mahlzeit, leben noch Devin, Jim und Daniel genannt Dan' in meinem Haus. Devin ist etwa 1,90 M groß und mit Mitte 20 der jüngste Bewohner unserer Community. Er ist meistens ziemlich hyperaktiv, was vor allem die Hilfestellung während der abendlichen Körperpflege Aktionen wie z.B. Duschen, Rasieren oder Nägel schneiden immens erschwert. Devin redet wie Tom eigentlich gar nicht, besitzt er ein iPad über, das er kommunizieren kann. Erlebt habe ich das aber noch nicht, da Devin das Gerät meistens irgendwo liegen lässt und es dann oft für längere Zeit unauffindbar ist. Das Kommunizieren mit James genannt Jimmy wird durch seine undeutliche, stark krächzende Aussprache erschwert. Wenn Jim zu Hause ist, guckt er entweder Wrestling Videos oder verbringt die freie Zeit auf seinem Zimmer. Dan' ist in all seinen Bewegungen so langsam das man, während er sich ein Brot schmiert, ruhig ein ausgiebiges Bad nehmen kann und passend dazu ist auch seine Redegeschwindigkeit.
Ziegelfabriken aus der Kolonialzeit, unzählbare Fast Food Restaurants und eine ganze Reihe fetter Menschen ist alles, was man sieht, wenn man durch den Ort fährt.
Schnell musste ich auch feststellen, dass auch in "Gods own Country" die Möglichkeiten etwas zu unternehmen relativ schnell an ihre Grenzen stoßen, hat man keinen Führerschein. Dies war eigentlich mein größtes Problem in der Anfangszeit, sprich den ersten zwei Wochen. Zwar sind innerhalb meiner Community alle sehr herzlich und zuvorkommend, begeistert wurde ich auch als "new german" überall vorgestellt und empfangen, doch darüber hinaus war mir sehr langweilig. Irgendwelche Aufgaben hatte ich nicht, "leb dich erst mal richt ein" war die Devise. Doch was tun, wenn mit den Core-members keine Kommunikation zustande kommt, ihre Antworten auf Fragen meist nur sehr wortkarg mit "yes" oder "no" beantwortet werden und man tagsüber während die Bewohner arbeiten "nur" sechs Stunden zeit für Unternehmungen hat? Abenteuerlustig wie ich bin nahm ich mir vor die Gegend zu erkunden. So wurde ein alter Drahtesel, welchen ich in unserer Garage fand, schnell zu meinem besten (und einzigen) Freund. Nach ein paar Arbeitsstunden schwang ich mich auf den Sattel, das 60000 Seelen Dorf unsicher zu machen. Die Gegend hier ist echt wunderschön. Indian Summer at its best! Hätte ich eine Kamera, würde ich auch Fotos machen. So gesehen habe ich also die beste Jahreszeit erwischt. Andererseits ist hier in Haverhill jedoch gar nichts los. Zahllose Grünflächen sowie Ziegelfabriken aus der Kolonialzeit, viele kleine Häuschen mit riesigen Ami-Schlitten davor, unzählbare Fast Food Restaurants und eine ganze Reihe fetter Menschen sieht man, wenn man durch den Ort fährt. Alle Klischees also wieder mal erfüllt. "Downtown Haverhill" also das Stadtzentrum besteht aus ca. zwei Blocks. Junge Menschen gibt es hier auch nicht, so scheint es mir zumindest! Das alles hat mich am Anfang schon stark deprimiert. War ich doch extra nach Amerika gekommen, um etwa zu sehen, herumzukommen, Boston, eine der ältesten Städte des Landes zu entdecken und nun sowas?

IIrgendwann wurde mir so langweilig, dass ich mit dem Fahrrad einfach irgendwohin fuhr, sodass ich mich nach geraumer Zeit in dem 16 Kilometer entfernten Nachbarstaat New Hempshire wiederfand. Dort habe ich mich dann mit einem Mega-Ben&Jerrys Eisbecher für lächerliche 4 $ im Wal Mart belohnt. 
Doch mittlerweile kann ich mich hier echt nicht mehr über mangelnde Aufgaben beklagen. Nun bin ich ein vollwertiges Mitglied der "Gang", habe feste Arbeitszeiten und auch die oben beschriebene Beziehung zu den Einwohnern hat sich stark verbessert. Die freie Zeit während die Core-members Arbeiten nutze ich oft zum Lesen, studieren meiner Drivers manual oder um ins Fitness Studio zu gehen. Von der Community gibt es nämlich eine Gratis-Mitgliedschaft im örtlichen Fitness Club. Dieser besitzt neben dem Studio auch eine Sauna, einen Indoor Basketballplatz und kleines Schwimmbad. Boston habe ich nun auch schon besucht. Eine famose Stadt. Obwohl ich im Rahmen meines eintägigen Aufenthalts weder Aquarium, Freiheitspfad noch die U.S.S. Constition noch nicht besichtigte, war es einfach total spannend die Stadt der Bostonians  mit dem Rad zu erkunden, am Charles River Boston Baked Beans zu essen und durch Cambridge zu fahren. 



In der nächsten Zeit freue ich mich besonders auf die Ankunft von Eric, einem weiteren Deutschen Assistenten hier in der Community. Ihn kenne ich schon von meinem Vorbereitungsseminar und habe auf dem Kalender schon eine Strichliste angelegt, bis es endlich so weit ist! Noch zwei Wochen ... Des Weiteren bin ich büffele derzeit fleißig für die Führerscheinprüfung hier. Die theoretische Prüfung besteht aus 25 multiple-choice Fragen, von denen man 18 richtig beantworten muss. Danach kann man schon mit einer volljährigen Person so lange fahren üben, bis man sich imstande fühlt, die Prüfung abzulegen. Wie ich aus verschiedenen Quellen erfuhr, dauert diese nicht länger als 10 min. . Alles in allem kostet der Lappen hier schlappe 200 $ und ist nach einfachem Umtausch bei der Behörde auch in Deutschland gültig. Kann ich nur empfehlen! Auch der Wahl am 06. November fiebere ich schon entgegen. Und mit meiner 5 $ Spende habe ich auch alles in meiner Macht stehende getan, um die Wiederwahl von Obama zu unterstützen. Jetzt liegt's an ihm. In diesem Sinne, 

Peace David!

P.S. Wer mich besuchen will und nicht gedenkt länger als 90 Tage zu bleiben braucht nicht mal ein Visum, spart also die 140 € Visumgebühr und die Durchleuchtung durch die amerikanische Stasi. Super oder? 











Wie immer gilt: Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn behalten!


Sonntag, 9. September 2012

Coming Soon...

First impressions about my Gap year in Haverhill MA.  
Do you want to know how I settled in here in village my near Boston? 


How my flight was? 


What I experienced during my first week? 


Be anxious and keep on reading my blog! 

Samstag, 1. September 2012

Ein letztes Hallo

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Freunde,
nun melde ich mich letztmalig aus dem wunderschönen Berlin-Steglitz. Wenn ich hier das nächste Mal in Aktion trete bin ich schon im Ausland. Ich sitze wortwörtlich auf gepackten Koffern, renne schon die ganze letzte Woche mit den gleichen Klamotten herum, da alles für Boston gewaschen oder schon im Koffer ist.

Den Restbetrag für meinen Spenderkreis habe ich dank breiter Spendenfreude auf dem Gemeindefest meiner  katholischen Kirchengemeinde akquiriert. Nochmals vielen Dank an alle die mich in Vorbereitung auf meinen Freiwilligendienst in für jegliche Unterstützung haben! Ich werde auf jeden Fall regelmäßig von mir hören lassen!

Den heutigen Abend werde ich mit meinen Freunden ausklingen lassen und dann Morgen früh um 10.31 den ICE Richtung Frankfurt nehmen. Von dort geht es dann um 18:15 mit dem Lufthansa Flug LH 420 non-stopp nach Boston. Auf den Flug freue ich mich schon ganz besonders, vor allem weil ich mir Online gerade den letzten Fensterplatz gesichert habe! Auf Platz 35 A sitze ich. Jedoch werde ich vor Flugantritt nochmal mit unserem ehemaligen Bundespräsidenten Wulff telefonieren. Denn: Das Gratis-Upgrade in die Business Class habe ich ja mindestens verdient!  


In Peace


David 

Blog-Archiv: